Für Verdienst um das Land - Bayerische Staatsmedaille an Prof. Dr. Günther Picker verliehen
Preis- und Staatsmedaillen werden seit der Barockzeit an Gelehrte und
Künstler, an Politiker und andere Personen verliehen, die sich um ein Land
oder eine Stadt, eine Akademie oder eine andere angesehene Institution
verdient gemacht haben. Sie hatten zwar nicht den Rang fürstlicher Orden,
aber sie waren bestens geeignet, herausragende Leistungen öffentlich
anzuerkennen und die Wertschätzung der Obrigkeit für den Ausgezeichneten
kundzutun. In Silber und manchmal auch in Gold geprägt, bilden sie, so lange
es Monarchien gab, auf den Vorderseiten den jeweiligen Landesherren und
dessen Wappen ab. Aufwändige allegorische Darstellungen auf der Rückseite
lassen erkennen, wofür die betreffenden Medaillen verliehen wurden. Sie
feiern den Aufschwung in der Landwirtschaft und dem Fabrikwesens, und sie
ehren große Geistes- und Naturwissenschaftler. Weitere Themen waren die
Verbesserung der Volkswirtschaft, des Bau- und Verkehrswesens sowie der
Infrastruktur, wie wir heute sagen würden. In kleinen Auflagen hergestellt,
regen die Medaillen überdies Schüler und Studenten zu Fleiß, Staatstreue und
Gottesfurcht an.

Berühmt ist eine vom württembergischen herzog Karl Eugen herausgegebene und
mit seinem Bildnis geschmückte Serie von Preismedaillen für hervorragende
Leistungen auf Gebieten wie Architektur, Forst- und Jagdwissenschaft,
Geographie, Geschichtsschreibung, Handelswissenschaft, Kameralwissenschaft,
Literatur, Malerei, Mathematik, Militärwesen, Münzkunde und Statistik
geprägt wurde. Im ausgehenden 19. Jahrhundert haben Fabrikanten mit den
ihnen bei Weltausstellungen, Messen und anderen Anlässen verliehenen Staats-
und Preismedaillen geworben. Sie waren eine gut sichtbare Werbung für die
Leistungsfähigkeit der jeweiligen Unternehmen und die Qualität ihrer
Erzeugnisse. In den Familien wurden die bayerischen, preußischen,
sächsischen, württembergischen und die vielen anderen Preis- und
Staatsmedaillen von Generation zu Generation weitergegeben, doch manchmal
hat man sich von ihnen getrennt, wenn es sich um besonders kostbare Ausgaben
handelte und die Familien Geld benötigten. So kommt es, dass Staats-,
Verdienst- und Prämienmedaillen immer wieder im Münzhandel angeboten werden
und gute Preise erzielen. Sammler haben so eine gute Chance, eine
aussagekräftige Kollektion anzulegen. Wenn die Verleihungsdokumente und die
Schatullen der Medaillen überliefert sind, lassen sich Ausstellungsexponate
hervorragend gestalten.

Seit 1974 verleiht der Freistaat Bayern die Staatsmedaille für besondere
Verdienste um die Bayerische Wirtschaft. Das von zwei Löwen flankierte
Landeswappen schmückt die Vorderseite, eine sechszeilige Inschrift sagt, um
welche Medaille es sich handelt. Unter den Geehrten befindet sich der
Jurist und Sachbuchautor Prof. Dr. Günther Picker, der seit vielen Jahren
auch den Verband der deutschen Münzenhändler in Rechtsfragen berät. Bei der
Verleihung der silbervergoldeten Medaille, einer golden Miniatur und einer
Ehrenurkunde am 24. Oktober 2011 im Bayerischen Staatsministeriums für
Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie erklärte Martin Zeil, der
Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie,
Picker habe sich als geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bayerischen
Bankenverbandes seit Jahrzehnten erfolgreich für die Kreditwirtschaft in
Bayern und die Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit eingesetzt. Das
Gemeinwohl fest im Blick, habe er mit herausragendem Engagement viele
Aktivitäten zur Stärkung des Finanzplatzes Bayern angeregt und begleitet.
Besonders anzuerkennen sei sein Einsatz für die "Finanzplatz München
Initiative" (siehe GN H. 254, März 2011, S. 106). "Dabei geht es nicht nur
um die allgemeine Stärkung des Finanzplatzes, sondern konkret darum, die
Zusammenarbeit bayerischer Finanzdienstleister umfassend zu ermöglichen, was
Sie nach Kräften vorantreiben", sagte Zeil an Picker gewandt. "Zwei Anliegen
sind Ihnen dabei besonders wichtig: die sichere Finanzierung des
Mittelstands und, damit eng verbunden, die langfristige Sicherung
zukunftsfähiger Arbeitsplätze in Bayern". Der Minister hob die Mitwirkung
des Juristen an der Vereinbarung von "Leitlinien für eine verlässliche
Mittelstandsfinanzierung" hervor, die mitgeholfen haben, einer Kreditklemme
in Bayern als Folge der schweren Finanzkrise entgegenzuwirken. Ehrenamtlich
vertreten Sie den Bankenverband im Beirat der Hauptverwaltung München der
Deutschen Bundesbank und im Landesplanungsbeirat meines Ministeriums." In
der Laudatio wurden aus der Vielzahl von ehrenamtlichen Tätigkeiten eine
Vorlesungsreihe an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg Vorlesungen
über "Kunst und Recht" und die Tätigkeit als Stadtrat in Pickers Heimatstadt
Starnberg hervorgehoben. Helmut Caspar
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