Münzhändler trafen sich zur Jahrestagung in Dresden
Der Tagungsort war perfekt, das Wetter auch, und ebenso die Stimmung bei der Jahrestagung des Verbands der deutschen Münzenhändler am 20. Juni 2009 in Dresden. Am Vorabend besuchten die Teilnehmer das Münzkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das seit 2002 im Georgenbau des Dresdner Schlosses auf zwei Etagen untergebracht ist. Dr. Reiner Grund, der Direktor, machte bei der Führung mit den in feuersicheren Tresoren liegenden Schätzen der bereits im frühen 16. Jahrhundert von Herzog Georg angelegten und damit ältesten Dresdner Sammlung bekannt und verwies auf eine Ausstellung kostbarer Münzbücher aus der Barockzeit im nahe gelegenen Hausmannsturm des Residenzschlosses. Grund erläuterte ferner die Erfassung der von der Antike bis in die unmittelbare Gegenwart reichenden Bestände des Kabinetts im Rahmen des „Daphne“-Projekts. Über mehrere Jahre werden systematisch alle Münzen, Medaillen, Geldscheine, Orden und weitere Objekte erfaßt und in einer Datenbank gespeichert. Im Rahmen der von der sächsischen Landesregierung mit 15 Millionen Euro finanzierten Forschungsarbeit werden in allen zu den Staatlichen Kunstsammlungen gehörenden Museen und Sammlungen etwa 1,2 Millionen Objekte inventarisiert, wobei in bestimmten Fällen auch die Herkunft von Kunstwerken und anderen Hinterlassenschaften aufgeklärt wird. Zum Rahmenprogramm der Jahrestagung gehörte ein Besuch des Jagdschlosses Moritzburg. Daß deren hochadlige Besitzer und Bewohner auf zahlreichen sächsischen Münzen und Medaillen der Barockzeit und späterer Epochen abgebildet sind und zu vielen Geschichten über sie geprägtes Metall gehört, gab der Führung einen besonderen Reiz.

Die Tagungsteilnehmer hoben die Notwendigkeit hervor, die Zusammenarbeit des Münzhandels mit den Sammlerorganisationen und der Wissenschaft weiter auszubauen und die Kräfte der beiden Händlerorganisationen angesichts absurder Behinderungen und Verdächtigungen durch Zollorgane und Staatsanwaltschaften, unter denen vor allem Antiken-Sammler zu leiden haben, zu bündeln. Präsident Stefan Sonntag verwies in diesem Zusammenhang auf juristische Schritte des Verbands der deutschen Münzenhändler gegen solche Aktivitäten, auf die Einschaltung von Juristen und Gutachtern sowie auf die Führung eines Musterprozesses, um wieder zu Rechtssicherheit zu gelangen. Berichtet wurde auf der Tagung ferner über die weitere Entwicklung der Internetseite des Verbandes www.vddm.de, die Teilnahme an der World Money Fair Anfang Februar 2009 in Berlin, die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie über Probleme, die sich beim Erwerb von Münzen und ähnlichen Objekten im Internet ergeben können. Neu als ordentliche Mitglieder in den Verband aufgenommen wurden die Münzenhändler Klaus Netzer (Göttingen) und Jochen Pater (Enge-Lüttringen) sowie als korrespondierende Mitglieder Marek Melker (Bialystok) und Sergiusz Stube (Poznan). Tagungsort der nächsten Zusammenkunft im Juni 2010 wird Potsdam sein. Helmut Caspar

Dr. Reiner Grund präsentierte Mitgliedern des Verbands der deutschen Münzenhändler Schätze des Dresdner Münzkabinetts, hier Scheine aus der Inflationszeit nach dem Ersten Weltkrieg. Foto: Caspar
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