Münzhändlerverband protestiert gegen Abschaffung des Hauptfachstudiums Numismatik und Geldgeschichte an der Universität Wien
Der Verband der deutschen Münzenhändler protestiert gegen die Entscheidung des Rektorats der Universität Wien, mit dem Wintersemester 2008/9 das Hauptfachstudium der Numismatik und Geldgeschichte aufzugeben. In einem Schreiben an den Rektor der Universität Wien, Prof. Dr. Georg Winckler, äußert Verbandspräsident Stefan Sonntag sein Unverständnis und betont, dass der Studiengang Numismatik und Geldgeschichte an der Universität Wien für den internatiionalen Münzhandel einen wesentlichen wissenschaftlichen Ausbildungsweg darstellt und nicht aufgegeben werden sollte. Der Verband habe das Wiener Institut für Numismatik durch Geldspenden unterstützt und gefördert. Zahlreiche seiner Mitglieder hätten ihm darüber hinaus Sachspenden in Form von Münzen, Literatur und Fotomaterial zukommen lassen.

Numismatiker in Österreich, Deutschland und anderen Ländern mißbilligen die Entscheidung der Wiener Universität, an der 1965 das Institut für Numismatik und Geldgeschichte in Fortsetzung einer ins 18. Jahrhundert zurückreichenden Tradition numismatischer Forschung und Lehre gegründet worden war. Seit über 40 Jahren wurden an dem Institut Numismatiker ausgebildet, die keine Probleme hatten und haben, in ihrem Beruf Arbeit zu finden, und in der Forschung, Lehre oder auch im internationalen Münzhandel tätig sind. Weltweit besteht einzig an der Universität Wien die Möglichkeit, Numismatik und Geldgeschichte im Hauptfach zu studieren, und dies in einem Umfang von etwa 28 Stunden in der Woche. Allein zwischen 2004 bis 2006 hat es fünf Abschlüsse im Diplom- und drei Abschlüsse im Doktoratsstudium gegeben.

Nach Einführung der neuen Studiengänge in Wien ab 2008 wird es nur noch möglich sein, im Bachelor-Studium ein Hauptfach aus dem historisch-kulturwissenschaftlichen Bereich durch ein Nebenfach Numismatik zu ergänzen. Dies wird nach Auffassung der Mitarbeiter des Instituts für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien und anderer Experten als nicht ausreichend angesehen, weshalb die Universitätsleitung aufgerufen wird, ihre Entscheidung zu überdenken und mit dem betroffenen Fachbereich nach einer für alle Beteiligten verträglichen Lösung zu suchen.
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